Gewalt in der stationären Jugendhilfe
10.06.2010 von Dipl.-Psych. H. Wilken
Konflikte in der pädagogischen Arbeit können immer wieder zu Gewalteskalationen führen, da die Kinder und Jugendlichen oft kein anderes Ausdrucksmittel kennen und ggf. in der Auseinandersetzung überfordert sind. Vermieden werden können diese Eskalationen durch ein frühzeitiges Erkennen der Situation mit entsprechendem deeskalierendem Handeln.
Um den hier steigenden Anforderungen in der stationären Jugendhilfe besser gerecht werden zu können finden bei Dialog – gemeinnützige Gesellschaft für familienorientierte Sozialarbeit mbH zur Zeit eine interne Workshopreihe für die Pädagogen und Kinder und Jugendlichen statt. Durchgeführt werden die Workshops durch den I_GSK Trainer (Institut für Gewaltprävention Selbstbehauptung und Konflikttraining) Marzel Heitmeyer. Dabei werden folgende Schwerpunkte gesetzt:
Workshop für Kinder und Jugendliche: „Anti-Gewalttraining“
Den Teilnehmern sollen alternative Handlungsmöglichkeiten in Streit-/Konfliktsituationen aufgezeigt werden. Die werden in Gruppen – bzw. Paarübungen eingeübt und gefestigt. Ziel ist eine Erweiterung der Handlungskompetenzen und damit Verminderung gewalttätiger Übergriffe. Wesentliche Inhalte sind u.a.
Wertschätzende Kommunikation/Regeleinhaltung
- Zugang zu eigenen Gefühlen finden und ausdrücken
- Kooperationsspiele, Förderung des „Teamworking“
- Körperbewusstsein schaffen und schulen
- Konfliktsituationen darstellen mit Handlungsalternativen im Rollenspiel erarbeiten
- Konditionsübungen, sportliches „auspowern“
Workshop für die Pädagogen von Dialog: Deeskalation und was noch passieren kann
Die TeilnehmerInnen sind durch ihre berufliche Qualifikation in der Verantwortung, solche Situationen zu einem möglichst guten, schadensfreien Ende zu bringen. Der Workshop bearbeitet die unterschiedlichen Eskalationsphasen in chronologischer Folge und zeigt Handlungsalternativen auf. Wesentliche Inhalte sind u.a.:
- Erfahrungen mit Gewalt, Szenenschilderung
- Wie reagiert man falsch
- Statecontrol
- Einstellungen und Einschätzungen von Gewaltsituationen und der eigenen Reaktion
- Gestärktes Verhalten, Selbstvertrauen und Körpersprache
- Sprachliche Eskalation/Deeskalation
- Konsequenzen der Grenzüberschreitung zur Gewalt
- Grundprinzipien der Selbstverteidigung
- Verteidigungsaktionen, Kontrollgriffe, Bewegungslehre, Nothilfe
Die Workshops finden jeweils an den Wochenenden Freitags bis Sonntags statt und haben eine max. Gruppengröße von 6 Teilnehmern. Sämtliche Kinder- und Jugendlichen und sämtliche Pädagogen von Dialog sollen an diesen Workshops teilnehmen.
